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19. StadionGespräch An der Alten Försterei mit Gojko Mitic am 27. Februar 2018

„GOJKO MITIC – Eine Rothaut zwischen zwei Welten!“, so lautet der Titel des 19. StadionGesprächs An der Alten Försterei am 27. Februar 2018. Im Gespräch mit Journalist Alexander Lehmberg wird der ehemalige Winnetou-Darsteller Gojko Mitic Rede und Antwort stehen und über sein Leben, sein Engagement sowie seine Arbeit berichten.


Gojko Mitić, der Stuntman, Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Pferdenarr und Sänger Gojko Mitić ist immer wieder ein Erlebnis! Mit dem Film „DIE SÖHNE DER GROSSEN BÄRIN“ wurde der Serbe 1966 zum Filmstar der DEFA. Er hatte bereits in drei Karl-May-Filmen aus der Bundesrepublik mitgewirkt, als er für die legendären DEFA-Indianerfilme entdeckt wurde und bis 1983 noch elf weitere Indianerfilme drehte. Mitić lebt heute in Berlin-Köpenick und hat inzwischen neben verschiedensten TV-Produktionen auch die Theaterbühne erobert. Er glänzte bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg und fühlt sich den Karl-May-Fans in Sachsen besonders verbunden. Gojko Mitić engagiert sich ehrenamtlich für den Theaterverein Bischofswerda im Bereich der Kinder und Jugendarbeit. Über 80 Kinder und Jugendliche spielen alljährlich in Deutschlands kleinsten KarlMay-Festspielen vor 100.000 Zuschauern und entdecken dabei sich selbst.

Als die wohlfeilen Klischees des „Chefindianers der DEFA“ oder die vom Winnetou bzw. Pierre Brice des Ostens anfangen, Gojko Mitić zu beschweren, findet er andere Helden, die auch überzeugend, aufrecht und gerecht versuchen, das Gute in der Welt zu verkünden, durchzusetzen und Orientierung zu geben. Auch hier überzeugt er, durch Authentizität, Offenheit und Berechenbarkeit. Gojko Mitić hat die Lektionen gelernt in den Umbrüchen seiner fast acht Jahrzehnte Lebenszeit. Seit dem Start auf dem Balkan und dem Durchschreiten einer ganzen Menge Welt, waren es immer zwei Welten, in die er als Rothaut geriet – Einmal Rothaut, immer Rothaut!

Gojko Mitić haben wir am 31.01.2018 als Überraschungsgast anlässlich des Neujahrsempfangs der Stiftung des 1. FC Union Berlin kennengelernt. Die Stiftung und der Wirtschaftsrat verabredeten noch auf dem Podium mit ihm das heutige StadionGespräch An der Alten Försterei.

Wer ist der Mensch Gojko Mitić hinter den von ihm im Film und auf der Bühne verkörperten Helden? Gojko Mitić, Jahrgang 1940, stammt aus einer serbischen Bauernfamilie. Der Vater nahm als jugoslawischer Partisan am Zweiten Weltkrieg teil. Gojko wuchs bei den Großeltern auf, erhielt in der Schule Deutschunterricht und studierte ab 1960 in Belgrad Sport. Zu dieser Zeit wurden in Jugoslawien sehr viele internationale Filme gedreht und Gojko Mitić bekam Kontakt zum weltweiten Filmgeschäft. Der Balkan, seine Heimat, wurde für ihn zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher kultureller Einflüsse. Gojko Mitić nimmt so am Ende des Zweiten Weltkrieges und in den ersten Jahren des Friedens wichtige Erfahrungen mit in sein Leben und wird später dann zum Zeitzeugen, als sich in der Systemauseinandersetzung die Spannungsfelder der Nachkriegszeit entwickeln, und von allen daran Beteiligten angeheizt werden – nach Osten zwischen Balkan, Ural und Chinesischer Mauer sowie westwärts zwischen Oder und Neiße, bis zur Sahara und den Rocky Mountains.

Gojko Mitić findet in diesen politisch, ökonomisch und sozial brisanten Zeiten seine Projektionsfläche und Orientierung. Es ist die Geschichte der Indianer, die ihn begeistert und packt. In ihr und durch sie verkörpert Mitić den positiven Helden, den edlen und mutigen Indianerhäuptling, der seinem Volk vorangeht, um es vor Schaden zu bewahren und gemeinsam zu verteidigen. Was Gojko Mitić deutlich von den anderen Filmindianern unterscheidet, ist eine Mischung aus Härte und Hartnäckigkeit, Entschlossenheit und Energie. Mitić verkörpert stets den Typ Held, der selbstbewusst und selbstlos, Gejagter und Jäger zugleich ist. Weiter Glaubwürdigkeit gewinnt Mitić insbesondere dadurch, dass er in den Action-Szenen sein eigener Stuntman ist. Gerechtigkeit, die er verkörpert, die Wahrheitsliebe und Furchtlosigkeit machen ihn zu einem Freund fürs Leben.

Alexander Lehmberg: Er studierte in Leipzig Journalistik, wurde später Redakteur und Moderator beim DFF. Man sah ihn live in „rund“ und im „Jugendklub“. Er präsentierte in der Reihe „Im Konzert“ Stars aus der DDR und aller Welt, war RedakteurReporter des Musikjournals „drammss“ und später auch Redakteur bei „Showkolade“ der großen Unterhaltungssendung. Im MDR-Fernsehen war Lehmberg viele Jahre für die prominenten Studiogäste im Nachmittagsprogramm zuständig, traf für Reportagen des MDR Muhammad Ali bei seinem Deutschlandbesuch und drehte in den USA und Mosambik für das Abendprogramm.

WAS: 19. StadionGespräch An der Alten Försterei
WANN: 27. Februar 2018, 18:30 Uhr Einlass, 19.00 Uhr Beginn
WO: Stadion An der Alten Försterei, Haupttribüne, An der Wuhlheide 263, 12555 Berlin

Die Anmeldung erbitten wir unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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